Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse der Klausurtagung 1996 der SSK "Environmental UV-Radiation, Risk of Skin Cancer and Primary Prevention"

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet auf der 139. Sitzung der SSK am 26.-28.06.1996

Kurzinformationen

In der Bundesrepublik erkranken jährlich etwa 100.000 Einwohner neu an Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, malignes Melanom). Die Tendenz ist steigend und spiegelt einen weltweit beobachteten Trend wider.

Angesichts dieser Entwicklung hat die SSK gemeinsam mit nationalen und internationalen Institutionen einen internationalen UV-Kongreß, gleichzeitig SSK-Klausurtagung, initiiert und mit Unterstützung des BMU am 6.-8. Mai 1996 in Hamburg durchgeführt. Die vorgestellten Kongreßergebnisse hat die SSK in einer Stellungnahme u. a. wie folgt bewertet:

  • Die Ursache für die vermehrte Inzidenz maligner Hauterkrankungen ist das geänderte Freizeit- und Sozialverhalten der Bevölkerung.
  • Vermehrte UV-Einstrahlung infolge Ausdünnung der atmosphärischen Ozonschicht bedeutet in Zukunft eine Erhöhung des UV-induzierten Hautkrebsrisikos (in unseren Breiten allerdings klein gegenüber den Auswirkungen des Freizeitverhaltens).
  • Mehrere vorgestellte Ergebnisse weisen auf eine bisher unterschätzte Bedeutung der UV-A-Strahlung für Veränderungen des Erbgutes und für die Krebsentstehung hin; dies kann von großer Bedeutung sein, da der UV-A-Anteil der Sonnenstrahlung wenig abgeschwächt wird und diese Strahlung auch im kosmetischen Bereich, z.B. Sonnenstudios, eingesetzt wird.
  • Zur Abschätzung des UV-vermittelten Risikos sind weitere Forschungen auf biologischer, medizinischer und epidemiologischer Ebene notwendig.
  • Die Wirkungsweise von Sonnenschutz-Mitteln (Cremes, Lotionen, Öle usw. sowie Textilien) muß weiter untersucht werden.
  • Die Risiken der UV-Exposition des Menschen sind Anlaß, die Bevölkerung in geeigneten Informations- und Aufklärungskampagnen (abgestimmt zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen und mit nationalen/internationalen Organisationen) auf vernünftige Verhaltensweisen hinzuweisen.
  • Die SSK wird aufgrund der Kongreßergebnisse ihre Empfehlungen zum UV-Schutz aus den Jahren 1990 und 1993 überarbeiten und dem neuesten wissenschaftlichen Stand anpassen.

Alle Manuskripte der Klausurtagung, einschließlich der Zusammenfassung und Bewertung durch die SSK, ist als Band 34 in der Reihe "Veröffentlichugnen der SSK" veröffentlicht.


© Strahlenschutzkommission