Bedeutung der Sonnenlicht-/Hauttypberatung

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet auf der 149. Sitzung der SSK am 17.11.1997

Kurzinformationen

Zur Durchführung der 3. Stufe der Gesundheitsstrukturreform hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine Vorschlagsliste derjenigen ärztlichen Leistungsangebote vorgelegt, die zukünftig aus der Zuständigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung herausgenommen und damit nicht mehr über die Krankenkassen finanziert werden sollen. Im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen gehört zu den von einer Streichung bedrohten Leistungen auch die "Sonnenlicht/Hauttypberatung".

Die SSK hat in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, daß der Zusammenhang zwischen UV-Exposition und Hautkrebs bzw. spezifischen Augenerkrankungen (z. B. Katarakt) in epidemiologischen und molekularbiologischen Untersuchungen belegt worden ist. In den epidemiologischen Studien zeigt sich, daß für die Hautkrebsentstehung der Hauttyp eine wichtige Rolle spielt. Diese gesundheitlichen Risiken der UV-Exposition waren und sind Anlaß, die Bevölkerung in Informationskampagnen auf vernünftige Verhaltensweisen in der Sonne und auf die Gefahren bei der Nutzung von Solarien hinzuweisen. Weltweit werden solche Kampagnen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen (ICNIRP) als Maßnahmen der primären Prävention durchgeführt. Daneben ist eine Aufklärung der Bevölkerung über die bestehenden guten Möglichkeit zur Früherkennung und Frühtherapie von Hautkrebs unumgänglich. Durch die primäre Prävention, zu der auch die Hauttypberatung zu zählen ist, und die Vorsorgeuntersuchungen kann langfristig eine Reduktion der Krankheitskosten erreicht werden.

Die Strahlenschutzkommission sieht es deshalb für essentiell an, daß der gesamten Bevölkerung

  • Beratungen zum Hautkrebsrisiko im Zusammenhang mit der UV-Exposition und dem Hauttyp,
  • Untersuchungen zur Früherkennung von Hautkrebs
ermöglicht werden. Sie schließt sich damit entsprechenden Forderungen der WHO an.


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