Empfehlungen zur sicheren Anwendung magnetischer Resonanzverfahren in der medizinischen Diagnostik

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet auf der 180. Sitzung der SSK am 19./20.09.2002

Veröffentlicht im BAnz Nr. 72 vom 12.04.2003

Kurzinformationen

Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat im Jahre 1998 Empfehlungen zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken bei Anwendung magnetischer Resonanzverfahren veröffentlicht. Inzwischen haben sich die Möglichkeiten der Magnetresonanz (MR)-Bildgebung durch die gerätetechnische und applikationsorientierte Weiterentwicklung stark erweitert. Insbesondere die neuen Verfahren zur schnellen Bildgebung führten dazu, dass die damals empfohlenen Richtwerte oft überschritten wurden. Dennoch wurden bei Patienten nach heutigem Kenntnisstand bei fachgerechter Anwendung keine Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch MR-Untersuchungen gefunden. Diese Situation hat die Überarbeitung der o. g. SSK-Empfehlung erforderlich gemacht.

Die vorliegenden Empfehlungen zur sicheren Anwendung magnetischer Resonanzverfahren in der medizinischen Diagnostik ersetzen die Empfehlungen der SSK aus dem Jahre 1998.

Die von einer Arbeitsgruppe des Ausschusses "Nichtionisierende Strahlen" erarbeitete Neufassung erfolgte auf der Grundlage neuer Erkenntnisse über Schwellenwerte für biologische Reaktionen bei den zur Anwendung kommenden Feldern sowie aufgrund umfangreicher Erfahrungen mit bisherigen MR-Anwendungen. Hierzu wurde ein Fachgespräch durchgeführt.

Die Empfehlung richtet sich vor allem an MR-Anwender, -Hersteller, Sicherheitsfachleute und Aufsichtsbehörden. Der Anwendungsbereich erstreckt sich auf den Schutz von Personen und auf die zur Anwendung kommenden Expositionen (statische Magnetfelder, zeitlich veränderliche Magnetfelder, Hochfrequenzfelder und Lärm).

Dabei werden in Anlehnung an den IEC-Standard "Medical Electrical Equipment, Part 2: Particular Requirements for Safety of Magnetic Resonance Equipment for Medical Diagnosis" die drei Betriebsarten Normalbetrieb, kontrollierter Betrieb und Forschungsbetrieb definiert.

Der Bericht beginnt mit der Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen und beinhaltet dann folgende Kapitel: Einführung, Zweckbestimmung und sachlicher Anwendungsbereich, Empfehlungen für Begrenzungen zum Schutz des Patienten, Empfehlungen zum Schutz des Patienten, Empfehlungen zum Schutz des Personals und weiterer Personen, Anforderungen an den Hersteller, MR-Anwendung in der Forschung am Menschen und Regeln für die Betreiber sowie die Anhänge: Übersicht über bisherige Beobachtungen und Begründungen für die Begrenzungen; Technisches Glossar; Implantate und metallische Einschlüsse.

Ein Kritikpunkt an der SSK-Empfehlung von 1998 waren die hohen Sicherheitsfaktoren , die zu sehr konservativen Richtwerten für den Normalbetrieb führten. Aufgrund umfangreicher Experimente hat sich die Datenlage zur peripheren Nervenstimulation zwischenzeitlich wesentlich verbessert. Darauf basierend werden in der neuen Empfehlung höhere Werte für die periphere Nervenstimulation für den Normalbetrieb angegeben. Diese Werte liegen - für die in der Praxis üblichen kurzen Schaltzeiten - deutlich unter der Grenze für die Herzstimulation, die unter allen Umständen zu vermeiden ist.

Die Strahlenschutzkommission hat diese Empfehlung in der 180. Sitzung am 19./20. September 2002 verabschiedet. Es ist beabsichtigt, die Empfehlung als Heft 36 in der Reihe „Berichte der Strahlenschutzkommission“ zu veröffentlichen.


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