Stellungnahme der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet auf der 185. Sitzung der SSK am 03./04.07.2003
Eine der Vorsorgemaßnahmen im Bereich der hochfrequenten elektromagnetischen Felder, insbesondere der modernen Telekommunikation, ist die Intensivierung und Koordinierung der Forschung, um zu wissenschaftlich fundierteren Aussagen als bisher möglich zu kommen.
Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat in ihrem Bericht „Grenzwerte und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern“ (2001) Empfehlungen zum Schutz vor nachgewiesenen Gesundheitsbeeinträchtigungen, zur Vorsorge sowie zur Forschung ausgesprochen. Sie hat dabei u. a. konkrete Anregungen für weitere Forschung gegeben. Zusätzlich hat die SSK in der Empfehlung „Weiterentwicklung der Forschung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung“ (2002) konkrete Forschungsempfehlungen angesprochen.
Im Juni 2001 fand im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Fachgespräch unter breiter Beteiligung verschiedener Interessengruppen statt, bei dem wichtige Forschungsschwerpunkte zur Thematik „Wirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks“ identifiziert wurden.
Auf der Basis dieser Ergebnisse wurde vom BfS ein EMF-Forschungsprogramm erstellt, für das im Rahmen des Umweltforschungsplans (UFOPLAN) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in den Jahren 2002-2005 8,5 Mio. € zur Verfügung stehen werden.
Im Mai 2003 wurde die SSK vom BMU beauftragt, eine Stellungnahme zu dem Entwurf für ein weiteres EMF-Forschungsprogramm „Mobilfunk“ in Ergänzung zum laufenden EMF-Forschungsprogramm zu erarbeiten. Grundlage der Beratung in der SSK war ein Entwurf des BfS für ein solches Programm. Der zur Verfügung stehende Kostenrahmen beträgt ebenfalls 8,5 Mio. € bei einer Gesamtlaufzeit von ca. 3 Jahren.
Die vorgelegten Projektvorschläge sind nach Bewertung der SSK in drei Prioritätengruppen geordnet und innerhalb jeder Gruppe thematisch nach den Schwerpunkten Wirkungsmechanismen, Auswirkungen bei Menschen und Tieren, Epidemiologische Untersuchungen, Erfassung der Exposition, Risikokommunikation und Elektrosensibilität geordnet.
Die Projektvorschläge berücksichtigen sowohl laufende Projekte nationaler wie internationaler Forschungsprogramme als auch den aktuellen Stand der Forschung. In die Beratungen sind auch die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation über die Forschung auf dem Gebiet der biologischen Wirkung elektromagnetischer Felder eingeflossen.