Zum Stand der Auswertung der Deutschen Kohortenstudie bei Uranbergarbeitern der Wismut

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet auf der 188. Sitzung der SSK am 02./03.12.2003

Kurzinformationen

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führt drei Studien durch, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der beruflichen Strahlenexposition von Mitarbeitern der SAG/SDAG Wismut beschäftigen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kohortenstudie, die ca. 60 000 ehemalige Mitarbeiter der Wismut umfasst und den Ausgangspunkt für die eingebettete Fall-Kontroll-Studie zu Lungentumoren sowie für die Kohortenstudie an Nachkommen bildet.

Die deutschen Uranbergarbeiterstudien bieten die Möglichkeit, die für radonexponierte Bergarbeiter gewonnenen Erkenntnisse zum strahlenbedingten Gesundheitsrisiko an einer unabhängigen Kohorte von in etwa gleicher Größe wie die elf bisherigen internationalen Kohorten zusammen zu überprüfen. Die besondere - und in mancher Hinsicht außergewöhnliche - Bedeutung der deutschen Uranbergarbeiterstudien wird auch international so eingestuft. Daher hat die Auswertung der Studie eine hohe wissenschaftliche Bedeutung für die gesamte Strahlenschutzforschung und den Strahlenschutz.

Die Arbeitsgruppe im BfS, die die Uranbergarbeiter-Kohortenstudie durchführt, stellte am 6. und 7. Oktober 2003 einer Arbeitsgruppe des Ausschusses „Strahlenrisiko“ der SSK sowie einer ausgewählten Gruppe von nationalen und internationalen Experten die ersten Überlegungen zur Auswertung der Kohortenstudie vor.

Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung stellt die SSK in der von der Arbeitsgruppe des Ausschusses „Strahlenrisiko“ vorbereiteten Stellungnahme fest, dass der Umfang und die Qualität des zusammengetragenen Datenmaterials dieser Studie sicher weltweit einzigartig ist. Ferner wird betont, dass den im Audit (Februar 2002) festgestellten Defiziten zu Datenquantität und –qualität im weiteren Verlauf des 1. Follow-ups Rechnung getragen wurde. Der Zeitplan wurde allerdings nicht eingehalten, d.h. das 1. Mortalitäts-Follow-up konnte im Jahr 2003 nicht abgeschlossen werden und die erste umfassende Analyse der vorliegenden Daten wurde nicht vorgelegt.

Die SSK empfiehlt daher mit großem Nachdruck, für eine erhebliche und nachhaltige Aufstockung der personellen Ressourcen mit adäquater Fachkompetenz Sorge zu tragen. Ferner wird angeregt, ein „Datenzentrum Kohortenstudie“ einzurichten, um externen Wissenschaftlern die Mitarbeit an einzelnen Projekten zu ermöglichen.

Die SSK hat in ihrer 188. Sitzung am 2./3. Dezember 2003 die Stellungnahme „Zum Stand der Auswertung der Deutschen Kohortenstudie bei Uranbergarbeitern der Wismut“ verabschiedet.


© Strahlenschutzkommission