Stellungnahme der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet auf der 194. Sitzung der SSK am 23./24.09.2004
Anfang Januar 2004 wurde im British Medical Journal die Untersuchung „Effect of low doses of ionising radiation in infancy on cognitive function in adulthood: Swedish population based cohort study” von P. Hall und weiteren Autoren veröffentlicht. In der Studie wurden die kognitiven Fähigkeiten von Personen untersucht, die in der Kindheit aus therapeutischen Gründen bestrahlt worden waren, wobei das Gehirn geringen Dosen ionisierender Strahlung ausgesetzt war. Diese Veröffentlichung verursachte in den Medien beträchtliches Aufsehen, da die Autoren aufgrund ihrer Ergebnisse die Frage aufgeworfen hatten, ob die Anwendung gängiger diagnostischer CT-Verfahren insbesondere bei Kindern zu überdenken sei.
Die Strahlenschutzkommission hat in ihrer 194. Sitzung am 23./24 September 2004 diese Studie bewertet und eine Stellungnahme verabschiedet. Sie kommt zu der Einschätzung, dass die oben genannte Studie aufgrund ihres Designs nicht geeignet ist, einen kausalen Zusammenhang zwischen den beobachteten kognitiven Einschränkungen und den aufgetretenen Expositionen mit ionisierender Strahlung nachzuweisen.
Darüber hinaus kommentiert die SSK die Diskussionen um CT-Schädeluntersuchungen bei Kindern. Das Gremium betont, dass CT-Untersuchungen in der Medizin ein wichtiges diagnostisches Hilfsmittel darstellen. Unabhängig von der bewerteten Studie weist die SSK jedoch darauf hin, dass CT-Untersuchungen auf dosisintensiven Verfahren beruhen. Hierbei ist zu beachten, dass der bei CT-Untersuchungen verwendete gewichtete Dosisindex CTDI