Low-dose Extrapolation of Radiation-Related Cancer Risk

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission zum Entwurf 12/421/04 des ICRP Committee 1 Task Group Report

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet auf der 200. Sitzung der SSK am 30.06./01.07.2005

Kurzinformationen

In den letzten beiden Jahren wurden von Arbeitsgruppen der fünf Committees der ICRP (International Commission on Radiological Protection) mehrere „Foundation Documents“ ausgearbeitet. Diese Dokumente, zu denen auch der Draft „Low Dose Extrapolation of Cancer Risk“ gehört, bilden eine wichtige Grundlage für die geplanten Empfehlungen der ICRP, die Ende 2006 oder Anfang 2007 endgültig verabschiedet werden sollen.

Die SSK hat eine Stellungnahme zu diesem Draft der ICRP verabschiedet, die u.a. folgende Bewertungen enthält:

Insgesamt stimmt die SSK den wesentlichen Punkten der Stellungnahmen des Reports der ICRP zu, es wird jedoch vorgeschlagen, einige Aspekte hinzuzufügen, die im Zusammenhang mit der Krebsentstehung hinsichtlich der Extrapolation zur Exposition mit niedrigen Dosen hin von Wichtigkeit sind. Ein wesentlicher Punkt ist die Kombination von epidemiologischen und radiobiologischen Daten. Die Karzinogenese ist ein sehr komplexer Prozess und Effekte durch ionisierende Strahlung können diesen Prozess in den verschiedenen Stadien der Krebsentstehung beeinflussen. Ionisierende Strahlung verursacht u.a. Mutationen, epigenetische Ereignisse, genomische Instabilität, Apoptosis oder beeinflusst die Kontrolle von Zellen, die sich bereits in der Phase der Initiation befinden. Ein radiobiologischer Effekt einer dieser Typen von Ereignissen muss nicht notwendigerweise bedeuten, dass das Krebsrisiko die gleiche Dosisabhängigkeit wie der Effekt selbst aufweist. Die SSK empfiehlt, Analysen von epidemiologischen und tierexperimentellen Daten mit Modellen der Karzinogenese vorzunehmen, weil diese Modelle - in Kontrast zu den nicht-mechanistischen Modellen - eine Betrachtung von radiobiologischen Effekten in einer angemesseneren Art und Weise erlauben.

Die Strahlenschutzkommission hat diese Stellungnahme in der 200. Sitzung am 30. Juni/1. Juli 2005 verabschiedet.


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