Empfehlung der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet auf der 206. Sitzung der SSK am 01.03.2006
Die Strahlenforschung in Deutschland war jahrzehntelang im internationalen Vergleich führend. Da sie in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgebaut wurde, ist sie heute gegenüber USA, Japan, Frankreich und Großbritannien deutlich zurückgefallen. So gibt es derzeit nur noch einen C4/W3-Lehrstuhl in der Strahlenforschung an deutschen Universitäten.
Sowohl der herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung als auch des großen wissenschaftlichen Potentials der Strahlenforschung wird die gegenwärtige Forschungslandschaft in Deutschland in keiner Weise mehr gerecht.
In den Jahren 1981, 1993 und 2000 hat die SSK auf das sich abzeichnende Problem unzureichender Strahlenforschung in Deutschland hingewiesen. Diese Entwicklung war erfolgt, obwohl auch der Wissenschaftsrat im Jahr 1994 in seiner Schrift "Stellungnahme zur Umweltforschung in Deutschland" in der Zusammenfassung ein Umsteuern gefordert hatte.
Um verlorengegangene Kompetenz zurückzugewinnen, muss nach Auffassung der SSK eine gezielte strukturelle und inhaltliche Förderung interdisziplinärer Forschung betrieben werden. Ein besonderer Schwerpunkt muss dabei auf die Heranbildung und Förderung des Nachwuchses gelegt werden.
Die SSK hat deshalb die Durchführung eines "Zukunftsprojekts Strahlenforschung in Deutschland" empfohlen.
Die Empfehlung wurde auf der 206. Sitzung der SSK am 01. März 2006 verabschiedet.