Empfehlung der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet auf der 208. Sitzung der SSK am 11./12.07.2006
Veröffentlicht im BAnz Nr. 96 vom 25.05.2007
Kurzinformationen
Aufgrund der Tatsache, dass etwa 15 % der deutschen Bevölkerung Kinder sind, die jedoch nur in der Minderzahl von Kinderradiologen betreut werden, und vor dem Hintergrund neuer diagnostischer Verfahren hat sich die Strahlenschutzkommission mit den Besonderheiten der Untersuchungen von Kindern (0 bis 16 Jahre) mit ionisierender Strahlung befasst und folgende Empfehlungen verabschiedet:
- Die Basisuntersuchung in der Bildgebung beim Kind ist die Sonographie.
- Der Einsatz der MRT hat außer bei pulmonalen Veränderungen und dem Schädel-Hirn-Trauma bzw. dem Polytrauma Vorrang vor der CT. Kinder sollten an MRT-Hochfeld-Systemen untersucht werden.
- Wird die CT eingesetzt, so erfolgt die Dosisreduktion entsprechend der Fragestellung, wenn möglich über die Reduktion des effektiven Röhrenstromzeit-Produktes (mAs). Für das Gerät müssen geeignete Untersuchungsprotokolle für Kinder vorliegen. Gezielte Fort- und Weiterbildung auf diesem Gebiet ist insbesondere im Hinblick auf die rasche Weiterentwicklung des Mehrzeilen-CT zu fordern.
- Bei der Durchführung radiographischer Untersuchungen am Kind ist eine geeignete apparative Voraussetzung erforderlich, d.h.: Kurze Belichtungszeiten, Absenkung der Röhrenspannung nicht unter 60 kV, Zusatzfilterung 0,1 - 0,2 mm Cu, die Verwendung eines Rasters erst bei Kindern ab etwa dem 10. Lebensjahr, optimierte Einblendung und Verwendung eines Rundum-Bleischutzes.
- Durchleuchtungsuntersuchungen beim Kind müssen an Geräten mit gepulster Durchleuchtung und großem Bildverstärker-Format durchgeführt werden. Die Dokumentation über das Speicherbild (last-hold-image) ist in aller Regel ausreichend. Die Dokumentation des Dosis-Flächen-Produktes und der Zeit muss erfolgen.
Die Strahlenschutzkommission empfiehlt, die rechtfertigende Indikation für die Anwendung von ionisierender Strahlung bei Kindern besonders streng zu stellen.
Hinsichtlich der Anwendung digitaler Detektoren bei radiographischen Untersuchungen im Kindesalter sieht die Strahlenschutzkommission noch Forschungsbedarf.
Die Empfehlung wurde auf der 208. Sitzung der SSK am 11./12. Juli 2006 verabschiedet.