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20 Jahre nach Tschernobyl - Eine Bilanz aus Sicht des Strahlenschutzes

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 206. Sitzung der SSK am 01.03.2006

Kurzinformationen

Das Reaktorunglück von Tschernobyl gehört neben den Unfällen in den chemischen Anlagen von Bhopal und Seveso zu den schwerwiegendsten Unglücken in der Anwendung technologischer Verfahren. Die menschliche Erschütterung über die Eintrittsfolgen rückt Verlust und Leiden in den Vordergrund und auch das Anrecht der unmittelbar und mittelbar Betroffenen auf Mitgefühl und Anteilnahme. Eine Bilanz 20 Jahre nach der Havarie darf dies nicht vergessen.

Zugleich muss eine Organisation wie die Strahlenschutzkommission, deren Aufgabe es ist, die Wirkung von Strahlung wissenschaftlich zu erfassen, zwischen den Schäden differenzieren, die durch Strahlung ausgelöst wurden, und jenen, die sich nicht unmittelbar daraus ergaben. Dies könnte als fachborniert oder gar als kaltherzig empfunden werden. Tatsächlich aber ist allen Beteiligten bewusst, dass hinter den Zahlen menschliche Schicksale stehen, die ein Anrecht auf Aufklärung, Einsicht in Wirkzusammenhänge und bestmögliche Umsetzung der Erkenntnisse haben. Deswegen ist es das Anliegen aller am Strahlenschutz Interessierten, aus den strahleninduzierten Folgen von Tschernobyl umfassende Lehren gerade für den Strahlenschutz zu ziehen. Dies wäre ohne eine streng wissenschaftliche Analyse der Strahlenwirkungen unmöglich.

In einem umfangreichen Bericht hat die SSK daher unter Hinzuziehung weiterer Fachleute versucht, mit Hilfe wissenschaftlicher Verfahren Antwort zu geben auf die Fragen nach den Auswirkungen des Reaktorunglücks.

Schwerpunkte dieses Berichts sind die Abschätzung der Strahlenexposition in der Ukraine, in Weißrussland, Russland und Deutschland sowie die daraus möglicherweise resultierenden Gesundheitseffekte. Darüberhinaus wird der derzeitige Erkenntnisstand über den Unfallablauf dargestellt. Um die psychologische Problematik nicht vollständig auszuklammern, befasst sich ein Artikel dieses Berichtes mit grundsätzlichen psychologischen Aspekten dieser oder vergleichbarer Katastrophen.

Auf der Basis dieser Beiträge hat die SSK eine zusammenfassende Stellungnahme verfasst und auf ihrer 206. Sitzung am 01. März 2006 verabschiedet.

Die ausführlichen Fachbeiträge zusammen mit dieser Stellungnahme wurden als Heft 50 in der Reihe "Berichte der Strahlenschutzkommission" veröffentlicht. Die Stellungnahme ist zudem in Band 61 der Reihe "Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission" enthalten.

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Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und berät dieses ...

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