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Gesundheitliche Gefährdung durch UV-Exposition von Kindern und Jugendlichen

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission mit wissenschaftlicher Begründung

Verabschiedet in der 210. Sitzung der SSK am 28./29.09.2006
(Wiss. Begründung verabschiedet in der 211. Sitzung der SSK am am 14.11.2006)

Kurzinformationen

Die Strahlenschutzkommission (SSK) betrachtet mit Sorge den starken Anstieg von Hautkrebsfällen. In Deutschland erkranken nach Hochrechnungen des Krebsregisters Schleswig-Holstein ca. 120.000 Menschen pro Jahr an Hautkrebs.

Ein geändertes Freizeit- und Sozialverhalten seit den 50er Jahren führte zu einer erhöhten UV-Exposition und wird daher für die kontinuierliche Zunahme an Hautkrebserkrankungen verantwortlich gemacht. Solarien, die seit ca. 30 Jahren in steigendem Maße genutzt werden, haben diese Entwicklung verschärft.

Von besonderer Bedeutung ist, dass UV-Strahlung schon in der Kindheit und Jugend Schäden in der Epidermis verursacht, die beim Vorliegen genetischer Prädispositionen und bei bestimmten Expositionsmustern im späteren (Erwachsenen-) Leben zum Auftreten verschiedener Formen von Hautkrebs, wie dem Basalzellkarzinom, dem Plattenepithelkarzinom oder dem malignen Melanom, führen können.

Für die Entstehung des malignen Melanoms sind wiederkehrende intermittierende UV-Expositionen schon im frühen Kindesalter (0 bis 6 Jahre) verantwortlich. Dazu zählen bereits vereinzelte sub-erythemale Expositionen und erst recht milde und schwere Sonnenbrände, wie sie bei Urlauben in sonnigen Regionen auftreten können. Sie führen zum Auftreten von multiplen zusätzlichen melanozytären Nävi (Muttermale) und/oder zu atypischen Nävi. Eine Kombination mehrerer Risikofaktoren, wie z.B. Hauttyp, Sommersprossen, Anzahl erworbener Nävi und atypischer Nävi, Hautkrebs in der Familie sowie Anzahl der Sonnenbrände, erhöhen das Risiko für eine Melanomerkrankung auf das bis zu 600fache. Bei Kindern und Jugendlichen, die schon sehr früh eine erhöhte Anzahl von UV-bedingten Nävi erworben haben, wird das Risiko einer Melanomentstehung durch weitere zusätzliche Expositionen gegenüber der solaren UV-Strahlung und der aus künstlichen Quellen erhöht.

Hautkrebs ist wegen seiner langen Latenzzeit bei Kindern und Jugendlichen eine äußerst seltene Erkrankung. Neben einer möglichen genetischen Prädisposition steigert aber vor allem eine erhöhte UV-Exposition in Kindheit und Jugend das Risiko, an einem Hautkrebs im späteren Leben zu erkranken.

Die Strahlenschutzkommission hält es daher für dringend erforderlich, dass besondere Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen werden, und fordert daher vom Gesetzgeber ein Verbot der Nutzung von Solarien durch Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Sie spricht sich dafür aus, die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über mögliche Risiken der UV-Strahlung zu intensivieren und regelmäßig durchzuführen.

Die Stellungnahme und ihre wissenschaftliche Begründung sind in Band 61 der Reihe "Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission" enthalten.

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Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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