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AVR-Versuchskernkraftwerk Jülich – Genehmigung 7/16 AVR für den vollständigen Abbau gemäß § 7 Abs. 3 Atomgesetz

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 231. Sitzung der SSK am 09./10.12.2008
Veröffentlicht im BAnz Nr. 175 vom 19.11.2009

Kurzinformationen

Der Versuchsreaktor AVR war ein heliumgekühlter graphitmoderierter Hochtemperaturreaktor mit kugelförmigen Brennelementen („Kugelhaufenreaktor“). Nach 21 Betriebsjahren wurde die Anlage am 31.12.1988 endgültig abgeschaltet. 1994 wurde der AVR GmbH die Stilllegung, die Entladung der Brennelementkugeln, der Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile und die Durchführung von Maßnahmen zur Herbeiführung des Sicheren Einschlusses einschließlich des Verfüllens des Reaktorbehälters mit Porenleichtbeton genehmigt.

Das BMU hat die SSK um Beratung und Begutachtung des Entwurf des Genehmigungsbescheides Nr. 7/16 AVR für den vollständigen Abbau des stillgelegten und im sicheren Einschluss befindlichen Versuchskernkraftwerkes AVR in Jülich gebeten. Zentraler Gegenstand dieses Genehmigungsentwurfs sind die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Herausheben und Ablegen des Reaktorbehälters in der Materialschleuse, der Abtransport des Reaktorbehälters zum Reaktorbehälter-Zwischenlager und die Abbaumaßnahmen nach Herausheben des Reaktorbehälters. Ziel ist die vollständige Beseitigung der Anlage bis hin zur radiologischen Freigabe des Standortes.

Die SSK hat in ihren Beratungen insbesondere geprüft, ob der betriebliche Strahlenschutz den Anforderungen der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) genügt, die möglichen radiologischen Auswirkungen im bestimmungsgemäßen Betrieb und bei Störfällen den Anforderungen der §§ 46, 47 und 50 StrlSchV entsprechen und ob die getroffenen Maßnahmen zur Emissions- und Immissionsüberwachung den Anforderungen der Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen genügen. Die Freigabe wurde bereits in einem vorlaufenden Genehmigungsverfahren beschieden und war nicht Gegenstand des Antrages. Da endgültige Festlegungen zur Geländefreigabe auf der Grundlage von Erfahrungen getroffen werden sollen, die im Rahmen der beantragten Tätigkeiten gewonnen werden, wurden jedoch die derzeitigen Festlegungen zur Freigabe bewertet.

Als Ergebnis ihrer Begutachtung beurteilt die SSK die im Entwurf des Genehmigungsbescheides Nr. 7/16 AVR dargelegten Maßnahmen zum Strahlenschutz insgesamt als positiv. Sie entsprechen dem Stand von Wissenschaft und Technik und erfüllen die strahlenschutzrechtlichen Anforderungen. Ergänzende Hinweise der SSK zum Entwurf des Genehmigungsbescheides sind in der Stellungnahme ausgeführt.

Die Stellungnahme ist in Band 67 der Reihe Veröffentlichung der Strahlenschutzkommission enthalten.

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Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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