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Gemeinsame Stellungnahme der RSK und der SSK zum GRS-Bericht „Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen“

gemeinsame Stellungnahme der Reaktor-Sicherheitskommission und der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 408. Sitzung der RSK am 09.05.2008 und in der 224. Sitzung der SSK am 03.07.2008

Kurzinformationen

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) beabsichtigt, Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen festzulegen und in einer Rechtsverordnung verbindlich zu machen. Damit sollen für derartige Abfälle die Sicherheitskriterien, die 1983 vom Bundesministerium des Inneren (BMI) nach Beratung durch die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK), die Strahlenschutzkommission (SSK) und den Länderausschuss Atomkernenergie veröffentlicht worden sind, abgelöst werden. Vor diesem Hintergrund hat das BMU die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) im Herbst 2006 aufgefordert, Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen zu erarbeiten. Diese sollen die Grundlage für den Nachweis einer sicheren Endlagerung der radioaktiven Abfälle an einem festgelegten Standort bilden.

Mit den Schreiben vom 16.01.2007 und 21.02.2007 hat das BMU die RSK und die SSK beauftragt, eine gemeinsame Stellungnahme auf Grundlage des Berichts der GRS zu erarbeiten, besonders vor der Fragestellung, ob die vorgeschlagenen Sicherheitsanforderungen nachvollziehbar und vollständig sind und ob sie unter Einbeziehung der internationalen Entwicklung dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen.

Die Beratungen der RSK/SSK haben ein großes Maß an grundsätzlicher Zustimmung zu dem von der GRS vorgeschlagenen Konzept ergeben, die Sicherheit der Endlagerung radioaktiver Abfälle an einem Standort über den Nachweis der Isolation im einschlusswirksamen Gebirgsbereich sowie über den ergänzenden Nachweis, dass radiologische Schutzziele in der Biosphäre eingehalten werden, zu belegen.

Der Ansatz, die Isolationswirkung technisch zu definieren und damit geringfügige Freisetzungen zuzulassen, wird von den Kommissionen ausdrücklich begrüßt. Für den Nachweis der Isolation sind geeignete Indikatoren und Indikatorwerte festzulegen. Die vorgeschlagenen Indikatoren und deren Werte konnten von RSK und SSK nicht abschließend bewertet werden. Es wurden jedoch erhebliche Zweifel an der Notwendigkeit und Eignung einzelner Indikatoren geäußert. RSK und SSK halten daher eine Überprüfung der vorgeschlagenen Indikatoren, Indikatorwerte und der Methoden ihrer Ermittlung hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Handhabung für verschiedene Wirtsgesteine und im Hinblick auf die wahrscheinliche Entwicklung und die weniger wahrscheinlichen Entwicklungen für dringend geboten. Wegen der Bedeutung der Indikatorwerte für den Nachweis der Isolation und damit auch für den Nachweis der radiologischen Sicherheit empfehlen die Kommissionen, eindeutige Vorschriften zur Berechnung der Indikatorwerte zu erstellen.

RSK und SSK unterstützen ein gestuftes Vorgehen mit einer Reihe von Haltepunkten, an denen der Sicherheitsnachweis erarbeitet bzw. aktualisiert wird.

Verbesserungsbedarf in Bezug auf die vorgeschlagenen Sicherheitsanforderungen sehen RSK und SSK in einer ganzen Reihe von Punkten. So sind unter anderem eine eindeutige Definition der relevanten Begriffe und die dazu widerspruchsfreie Verwendung der Begriffe im Text von besonderer Bedeutung.

Die Verwendung von Risikowerten als Prüfwerte wird von RSK und SSK wegen inhärenter methodischer Probleme nicht empfohlen. Eine konsistente Bewertung der potenziellen Auswirkungen der radioaktiven Stoffe und aller in das Endlager eingebrachten chemotoxischen Stoffe mit einem einheitlichen Maßstab erscheint derzeit nicht möglich. Für alle kerntechnischen Einrichtungen wird nach Strahlenschutzverordnung die Dosis als Kriterium für die Genehmigung herangezogen. Die Verwendung eines Risikoäquivalents bietet demgegenüber keinen Vorteil, was die Beurteilung der Expositionen durch ionisierende Strahlung betrifft.

Die Stellungnahme ist in Band 67 der Reihe Veröffentlichung der Strahlenschutzkommission enthalten.

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Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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