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Verglasungseinrichtung Karlsruhe (VEK) – 2. Teilbetriebsgenehmigung

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 229. Sitzung der SSK am 12.11.2008
Veröffentlicht im BAnz Nr. 37 (Beilage) vom 10.03.2009

Kurzinformationen

Das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) und die Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) haben gemeinsam die Errichtung und den Betrieb einer Verglasungseinrichtung als Ergänzung zur bestehenden WAK beantragt. Ziel der Anlage ist es, die derzeit bei der WAK lagernde hochradioaktive Spaltproduktlösung (HAWC) zu verfestigen, in Kokillen abzufüllen und in eine zwischen- und endlagergerechte Form zu überführen. Die beantragte atomrechtliche Genehmigung, die die Errichtung und den Betrieb der VEK umfasst, erfolgt in fünf Teilschritten, drei Teilerrichtungsgenehmigungen und zwei Teilbetriebsgenehmigungen (TBG).

Zur Vorbereitung einer bundesaufsichtlichen Stellungnahme hatte das BMU die SSK um Beratung des Entwurf zur 2. TBG VEK gebeten. Die 2. TBG beinhaltet die Herstellung der Heißen Anschlüsse an die Lagerungs- und Verdampfungsanlage (LAVA), die Heiße Inbetriebnahme und den Heißen Verglasungsbetrieb mit der Verglasung des HAWC, der anschließenden Restentleerung und Spülung kontaminierter Komponenten der LAVA und der VEK sowie die Außerbetriebnahme ausgewählter Komponenten in der LAVA und der VEK. Der "Heiße Betrieb" umfasst die Produktion von ca. 130 Glaskokillen und die Transportbereitstellung der beladenen CASTOR-Behälter auf dem Transportbereitstellungsplatz der VEK.

Aus den Beratungen in der SSK ergaben sich einige Hinweise zum Entwurf für die 2. TBG der VEK, die in der Stellungnahme der SSK ausführlich begründet werden.

Auf Grund der bei den Arbeiten zur Transportbereitstellung und beim Hantieren am CASTOR-Behälter vorliegenden hohen inhomogenen Neutronendosisleistung wird es für erforderlich gehalten, die Personendosis mit Dosimetern zu ermitteln, die für die Messung von Neutronen geeignet sind. Zusätzlich wird angeregt, den Einsatz selbst ablesbarer neutronenempfindlicher Dosimeter zu prüfen. Insgesamt wird zum Konzept und der Auslegung zur Dosisbegrenzung für das Personal festgestellt, dass bei Umsetzung der noch ausstehenden Auflagen und Anforderungen bezüglich des radiologischen Arbeitsschutzes keine Bedenken gegen die heiße Inbetriebnahme der VEK und den Betrieb der VEK einschließlich der vorgesehenen Handhabung der beladenen CASTOR-Behälter bestehen.

Zur Strahlenexposition der Bevölkerung im bestimmungsgemäßen Betrieb durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit der Fortluft wurde festgestellt, dass die potenziellen Strahlenexpositionen für die Referenzpersonen durch die genehmigten Ableitungen in jedem Fall ausreichend unterhalb der Grenzwerte des § 47 StrlSchV liegen. Ableitungen über den Wasserpfad sind nicht vorgesehen. Die Direktstrahlung auf dem Anlagengelände wird durch die Tätigkeiten in der VEK nicht erhöht. Sie wird auch nach Aufnahme des Betriebs innerhalb der Schwankungsbreite der Untergrundstrahlung liegen. Dies wird im Rahmen des Dosisleistungsmessprogramms noch einmal überprüft.

Die Störfallanalysen wurden im Rahmen der 1. TBG im erforderlichen Umfang durchgeführt. Anhand jetzt durchgeführter Untersuchungen und ergänzender Betrachtungen zu Störfallen und Ereignissen im Restrisikobereich werden die Anforderungen an den Strahlenschutz damit als erfüllt angesehen.

Zur Emissions- und Immissionsüberwachung wurde festgestellt, dass sich gegenüber der Bewertung des Konzeptes im Jahr 1998 keine weitergehenden Erkenntnisse ergeben haben, die zu einer anderen Bewertung führen könnten. Der nach der Errichtung der Emissionsüberwachungsinstrumentierung vorgenommene Verzicht auf die Tritiumüberwachung wird angesichts des geringen Tritiuminventars und der erwarteten geringen spezifischen Ableitungen der Anlage als sachgerecht angesehen. Das vorgelegte Programm der WAK zur Umgebungsüberwachung ist geeignet, auch die möglichen Auswirkungen des Betriebes der VEK zu überwachen.

Für den Betrieb der VEK sind die für die WAK vorhandenen Freigaberegelungen ausreichend. Es wird jedoch empfohlen, alle radiologisch relevanten Daten so zu dokumentieren, dass auf diese beim späteren Abbau der VEK zurückgegriffen werden kann.

Die Stellungnahme ist in Band 67 der Reihe Veröffentlichung der Strahlenschutzkommission enthalten.

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Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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