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Gesetzliche Regulierung der Nutzung von Solarien

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 233. Sitzung der SSK am 19./20.03.2009
Veröffentlicht im BAnz Nr. 177 vom 24.11.2009

Kurzinformationen

Die Strahlenschutzkommission (SSK) betrachtet mit Sorge den starken Anstieg von Hautkrebsfällen. Sowohl die Ätiologie als auch die Epidemiologie des Hautkrebses weisen darauf hin, dass UV-Belastungen besonders in der Kindheit und Jugend einen erheblichen Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs im späteren Leben darstellen.

Insbesondere in den Stellungnahmen der Strahlenschutzkommission „Gesundheitliche Gefährdung durch UV-Exposition von Kindern und Jugendlichen“ und „Nachhaltiger Schutz der Bevölkerung vor UV-Strahlung“ hat die SSK auf die Risiken der Solarien-Nutzung durch Jugendliche hingewiesen und ein gesetzliches Verbot der Nutzung von Solarien für Jugendliche unter 18 Jahren gefordert. Die Strahlenschutzkommission stellt mit großer Sorge fest, dass bisher dieses Gesetz noch nicht realisiert werden konnte. Diese gesetzliche Regelung ist deshalb so notwendig, weil auch in zertifizierten Sonnenstudios gravierende Mängel festzustellen sind. Eine BfS-initiierte Überprüfung von 100 zertifizierten Sonnenstudios Ende des letzten Jahres (2008) ergab, dass nur 4 der 100 überprüften Studios alle Kriterien zum Erhalt des Zertifikats erfüllten.

Vor dem Hintergrund der gesicherten Erkenntnis über erhebliche Risiken durch UV-Strahlung und der negativen Erfahrungen, die in der Vergangenheit mit der freiwilligen Zertifizierung von Sonnenstudios gemacht wurden, hat die Strahlenschutzkommission daher die Empfehlung „Gesetzliche Regulierung der Nutzung von Solarien“ erarbeitet. Die SSK bekräftigt darin ihre früheren Empfehlungen und Stellungnahmen zu den Risiken natürlicher und künstlicher UV-Strahlung und empfiehlt die unverzügliche Schaffung einer gesetzlichen Regulierung zur Solariennutzung. Diese Regelung sollte u.a. ein Verbot der Nutzung von Solarien für Jugendliche unter 18 Jahren, die Beschränkung der Bestrahlungsstärke von UV-Bestrahlungsgeräten auf ≤ 0,3 W/m², die Erstellung eines individuellen Bestrahlungsplans, die Umsetzung und Einhaltung der Strahlenschutzkriterien der „UV-Fibel“ des Bundesamtes für Strahlenschutz und die Beschränkung des therapeutischen Einsatzes von UV-Strahlung strikt auf klinische Einrichtungen und ärztliche Praxen beinhalten. Darüber hinaus empfiehlt die SSK, dass die gesetzlichen Bestimmungen engmaschig und konsequent überprüft werden.

Die Strahlenschutzkommission hat die Empfehlung „Gesetzliche Regulierung der Nutzung von Solarien“ in der 233. Sitzung am 19./20. März 2009 verabschiedet.

Download PDF (deutsch)
URN: urn:nbn:de:101:1-201307154073 
Download PDF (englisch)
URN: urn:nbn:de:101:1-201307157978 


Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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