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Kurzbewertung der Veröffentlichung „Wie konservativ ist die Abschätzung der effektiven Dosis durch die amtliche Personendosimetrie für das Personal in der Radiologie?“(H. Boetticher et al., Zeitschrift „Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren“, Juli 2007)

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 234. Sitzung der SSK am 14.05.2009
Veröffentlicht im BAnz Nr. 153 vom 13.10.2009

Kurzinformationen

Die Autoren des o.g. Artikels kommen in der Veröffentlichung zu dem Ergebnis, dass bei der Angiografie und bei Durchleuchtungen, insbesondere bei fehlendem Schilddrüsenschutz, die amtliche Personendosis die effektive Dosis systematisch unterschätzt. Zudem schlussfolgern sie, dass die amtlichen Messvorschriften zur Abschätzung der effektiven Dosis des beruflich strahlenexponierten Personals nur ungenügend an die Bedürfnisse der Radiologie angepasst sind und wünschen Messverfahren, die ein mögliches Unterschätzen der effektiven Dosis vermeiden ließen.

Die Bewertung der Aussagen dieses Artikels in der Strahlenschutzkommission ergab, dass ohne Schilddrüsenschutz die amtliche Personendosis Hp(10) die effektive Dosis E unterschätzten kann. Die Unterschätzungen resultieren daraus, dass zum einen zur realistischen Messung der Personendosis in der Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosen, Teil 1 (äußere Strahlenexposition), empfohlen wird, beim Tragen von Schutzkleidung die Personendosis unter der Schutzkleidung zu messen. Zum anderen ist bei fehlendem Schilddrüsenschutz der durch die Schilddrüse resultierende Beitrag zur effektiven Dosis wesentlich erhöht.

Nach Einschätzung der Strahlenschutzkommission sind zur konservativen Abschätzung der effektiven Dosis in der Radiologie die Messvorschriften gemäß der Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosen bei äußerer Strahlenexposition ausreichend. Zudem stellt die SSK fest, dass die Konservativität von E gegenüber Hp(10) in keiner amtlichen Messvorschrift gefordert wird. Es wird vielmehr bis zur Überprüfungsschwelle (5 mSv) der Einzelmesswert der Personendosis als ausreichend genaue Abschätzung der effektiven Dosis angesehen und keine genauere Bestimmung der Körperdosis für erforderlich gehalten.

Bei Tätigkeiten in der Radiologie mit möglichen hohen Schilddrüsendosen sollte das Tragen des Schilddrüsenschutzes dringend umgesetzt werden. Die SSK unterstreicht, dass die Aussage zur Anwendung von Schutzmaßnahmen grundsätzlich gilt, nicht nur für den hier betrachteten Schilddrüsenschutz.

Die Strahlenschutzkommission hat die Stellungnahme „Kurzbewertung der Veröffentlichung „Wie konservativ ist die Abschätzung der effektiven Dosis durch die amtliche Personendosimetrie für das Personal in der Radiologie?“ in der 234. Sitzung am 14. Mai 2009 verabschiedet.

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Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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