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Physikalisch-technische Qualitätssicherung in der Strahlentherapie - Vorschläge zur Prüfung des gesamten Behandlungssystems

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 241. Sitzung der SSK am 28./29.04.2010
Veröffentlicht im BAnz Nr. 66 vom 29.04.2011, S. 1563

Kurzinformationen

Durch den zunehmend komplexeren Aufbau der modernen strahlentherapeutischen Prozesse werden nicht mehr alle wesentlichen physikalisch-technischen Aspekte des Behandlungsprozesses in den Prüfvorschriften der Qualitätssicherung abgebildet. Dies liegt sowohl an nicht eindeutigen Zuordnungen dessen, was im Sinne der Prüfungen noch zum System der Strahlentherapie gehört, als auch an unklaren bzw. fehlenden Regelungen, welche Komponenten nach welchen Vorschriften zu prüfen sind. Zusätzlich spiegeln derzeit nicht mehr alle Normen den Stand der Technik wider. Deshalb hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die Strahlenschutzkommission gebeten, die bestehenden Lücken bei den technischen Prüfungen der Sachverständigen zu identifizieren und neue Prüfanforderungen zu formulieren.

Die Strahlenschutzkommission hat auf ihrer 241. Sitzung am 28./29. April 2010 dazu folgende Empfehlungen verabschiedet:

  1. Ein vernetztes System muss sowohl insgesamt als auch hinsichtlich der Einzelkomponenten überprüft werden. Dazu sollte innerhalb der nächsten zwei Jahre eine integrale physikalisch-technische Prüfung insbesondere der Dosimetrie des Gesamtsystems eingeführt werden. Festlegungen zur Datenübertragung von den bildgebenden Geräten zur Bestrahlungsplanung und den Bestrahlungsgeräten sind für alle betroffenen Systeme innerhalb eines Jahres zu treffen.
  2. Da gegenwärtig keine verbindlichen Toleranzwerte für die dosimetrische und geometrische Unsicherheit sowohl der Einzelkomponenten als auch des gesamten Systems vorliegen setzt sich die SSK dafür ein, dass eine aus Physikern und Medizinern bestehende Arbeitsgruppe eingesetzt wird, die sich mit der verbindlichen Festlegung von herstellerunabhängigen Toleranzwerten in der Strahlentherapie abhängig von der jeweiligen therapeutischen Maßnahme befasst.
  3. Wegen der engen Kopplung von Bestrahlungsplanungs- und Dosimetriesystemen an Gerätekomponenten der Strahlentherapie und ihrer zentralen Bedeutung für den Therapieerfolg sollten beide Systeme in die qualitätssichernden Strahlenschutzprüfungen aufgenommen werden. Weitere Systeme, die die Strahlentherapie unterstützen, müssen analog in das Konzept der Qualitätssicherung des gesamten Systems eingebunden werden.
  4. Es sind Festlegungen zur umfassenden Qualitätssicherung von Bestrahlungsplanungssystemen zu erarbeiten.
  5. Beim Auftreten von erhebliche Abweichungen zwischen den Ergebnissen von Rechnung und Messung durch die in den Bestrahlungsplanungssystemen verwendeten Rechenalgorithmen sollten die sich daraus ergebenden Limitierungen zusammen mit den eingesetzten Parameter den Nutzern in geeigneter Form mitgeteilt werden.
  6. Die SSK regt eine Überarbeitung der Norm DIN EN 61223-2-6 (Konstanzprüfung von CT-Geräten) an die Erfordernisse der Strahlentherapie an.
  7. Die Prüfung der Einzelkomponenten für die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) sollte auf der Grundlage der DIN 6875-3 erfolgen.

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Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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