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Herz-Kreislauferkrankungen nach zulässigen beruflichen Strahlenexpositionen

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission mit wissenschaftlicher Begründung

Verabschiedet in der 256. Sitzung der SSK am 19./20. April 2012
Veröffentlicht im BAnz AT 04.05.2016 B5

Kurzinformationen

Hohe Dosen ionisierender Strahlung erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Eine zunehmende Zahl von epidemiologischen Studien weist auf ein Risiko häufigerer Herz-Kreislauferkrankungen auch nach Expositionen mit Niedrig-LET-Strahlung mit moderaten Dosen hin. Es bestehen jedoch große Unsicherheiten über die Höhe des Risikos.
Über die grundlegenden biologischen Wirkmechanismen von Strahlenexposition im niedrigen oder moderaten Dosisbereich auf die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen ist nur wenig bekannt.
Die SSK hat sich daher mit den Risiken von Herz-Kreislauferkrankungen nach längerfristiger Exposition mit Niedrig-LET-Strahlung (insbesondere Röntgen- und Gammastrahlung) im Bereich von einigen hundert Milligray befasst.
Nach Meinung der SSK erlauben die vorliegenden Daten einen ersten Vergleich der Mortalitätsrisiken für Herz-Kreislauferkrankungen und für Krebserkrankungen nach einer Exposition, die dem Grenzwert für die Berufslebensdosis entspricht. Absolute Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen nach Strahlenexposition mit einer Dosis von einigen hundert Milligray sind zwar geringer, aber möglicherweise doch in der gleichen Größenordnung wie die entsprechenden Krebsrisiken. Allerdings kann auch eine Schwelle in der Dosis-Wirkungsbeziehung für Herz-Kreislauferkrankungen im Bereich von einigen hundert Milligray nicht ausgeschlossen werden.
Die Hinweise auf mögliche Risikoerhöhungen für Herz-Kreislauferkrankungen nach Strahlenexpositionen mit einer Dosis im Bereich von einigen hundert Milligray sollten bei der Erarbeitung gesetzlicher Regelungen aus Vorsorgegründen und wegen wissenschaftlicher Unsicherheiten berücksichtigt werden, auch wenn ein Nullrisiko nicht ausgeschlossen werden kann.
Die SSK hält es für notwendig, weitergehende Studien durchzuführen, um den Dosis-Wirkungsverlauf für Herz-Kreislauferkrankungen nach Strahlenexposition mit Dosen im Bereich niedriger und moderater Dosen abzuschätzen.

Download PDF (deutsch)
URN: urn:nbn:de:101:1-20160523712
Download PDF (english)
URN: urn:nbn:de:101:1-20160523770


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