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Ultraschallanwendung am Menschen

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 256. Sitzung der SSK am 19./20. April 2012
Veröffentlicht im BAnz AT 22.04.2013 B4

Kurzinformationen

Die Anwendungen von Ultraschall am Menschen haben sich in den letzten Jahren wesentlich erweitert. Sie sind nicht mehr nur auf medizinische Indikationen beschränkt, sondern werden zunehmend auch außerhalb der Heilkunde genutzt. Insbesondere durch risikoreichere Ultraschall-Applikationen wie die Verwendung hoch fokussierten Ultraschalls haben sich neue Gefahrensituationen ergeben, die nicht nur in den unerwünschten Nebenwirkungen und Komplikationen, sondern auch in der zunehmenden Anwendung von hochintensivem Ultraschall durch medizinische Laien liegen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass selbst Hochrisikogeräte weder einer Marktzulassungsprüfung noch einer wiederkehrenden sicherheitstechnischen Kontrolle unterliegen, wie sie für analoge Medizingeräte verpflichtend sind.

Vor dem Hintergrund dieser neuen Risiken und sicherheitstechnischen Fragestellungen hat die Strahlenschutzkommission ihre Empfehlungen zur Patientensicherheit bei Anwendung der Ultraschalldiagnostik in der Medizin von 1997 ergänzt. Die erweiterte Stellungnahme der SSK enthält nun im Hinblick auf die neuen Anwendungsmöglichkeiten und gerätetechnischen Entwicklungen zusätzliche Empfehlungen hinsichtlich der sicherheitstechnischen Einstufung der Geräte und Ausbildungsanforderungen zur Anwendung des Ultraschalls innerhalb und außerhalb der Heilkunde, die nach Intensitätsbereichen des Ultraschalls abgestuft wurden.

Die Strahlenschutzkommission hält für die sichere Anwendung des Ultraschalls Grundkenntnisse des Anwenders über die Physik, das Ausbreitungsverhalten des Ultraschalls und anatomisches Grundwissen zur richtigen Anwendung und Vermeidung von Schäden und unerwünschten Wirkungen für unverzichtbar. Darüber hinaus sind zusätzliche medizinische Grundkenntnisse zum Schutz kritischer Körperbereiche und zur Erkennung und Beachtung von Kontraindikationen notwendig.

Aufgrund des erheblichen Risikopotenzials wird empfohlen, die Herstellung, Vermarktung, Anwendung und Instandhaltung von Ultraschallgeräten mit hohen Schallintensitäten dringend und analog zu Medizingeräten zu regeln.

Die Strahlenschutzkommission hat die Empfehlung in der 256. Sitzung am 19./20. April 2012 verabschiedet.

Download PDF (deutsch)
URN: urn:nbn:de:101:1-201309163944
Download PDF (english)
URN: urn:nbn:de:101:1-201309164048


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