Navigation und Service

Umsetzung von Artikel 65 Abs. 2 der neuen europäischen Grundnormen des Strahlenschutzes zum Schutz der Umwelt

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 267. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 12.12.2013
Veröffentlicht im BAnz AT 04.11.2014 B3

Kurzinformationen

Die Richtlinie des Rates zur Festlegung grundlegender Sicherheitsnormen für den Schutz vor den Gefahren einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung 8682/2/13 (EURATOM-Grundnormen) vom 05. Dezember 2013 enthält in Artikel 65 Abs. 2 folgende Regelung zum Schutz der Umwelt:

„Darüber hinaus tragen diese Ableitungsgenehmigungen gegebenenfalls den Ergebnissen einer allgemeinen Untersuchung auf der Grundlage international anerkannter wissenschaftlicher Empfehlungen Rechnung, wenn eine solche Untersuchung von dem Mitgliedstaat vorgeschrieben wird, damit dargelegt wird, dass die Umweltkriterien für einen langfristigen Schutz der menschlichen Gesundheit eingehalten werden.“
In Zusammenhang mit der Umsetzung dieser Regelung hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die Strahlenschutzkommission (SSK) mit Schreiben vom 12. Juli 2013 gebeten zu prüfen, in welchen Fällen die Durchführung einer „allgemeinen Untersuchung“ angebracht ist und wie eine „allgemeine Untersuchung auf der Grundlage international anerkannter wissenschaftlicher Empfehlungen“ praktisch durchgeführt werden könnte.
Die SSK empfiehlt zur praktischen Umsetzung die Empfehlung 108 der ICRP zugrunde zu legen.

Konkret empfiehlt die SSK

  • als Bezug für die Strahlenexposition der belebten Umwelt ausschließlich die in ICRP 108 aufgeführten 12 Referenztiere und -pflanzen (Reference Animals and Plants, RAPs) als Repräsentanten von Organismengruppen zu verwenden,
  • die gewichtete Energiedosis als Messgröße für die Strahlenexposition von RAPs zu verwenden,
  • für ein Screening ausschließlich die 75 Radionuklide der ICRP 108, die für diese Nuklide in ICRP 108 aufgeführten Dosiskonversionsfaktoren sowie die für die zugehörigen chemischen Elemente in ICRP 114 aufgeführten Konzentrationsverhältnisse zu verwenden,
  • als Maßstab zur Bewertung von Strahlenexpositionen der RAPs die unteren Werte der DCRL (derived consideration reference level) nach ICRP 108 zu verwenden und diese im Rahmen eines Screenings im Sinne von Geringfügigkeitsschwellen im Hinblick auf die Wirkung ionisierender Strahlung auf Populationen zu interpretieren.

Die SSK ist der Auffassung, dass ein solches Vorgehen für ein Screening gemäß Art. 65 Abs. 2 des Entwurfs der EURATOM-Grundnormen vom 24. Mai 2013 geeignet ist.

Download PDF (deutsch)
URN: urn:nbn:de:101:1-201404076720
Download PDF (englisch)
URN: urn:nbn:de:101:1-201405125154

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

Mehr: Beratungsgremium SSK …

Logo Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Diese Seite

© GSB 4.1 - 2011-2017