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Heft 14: Empfehlungen zur Patientensicherheit bei Anwendungen der Ultraschalldiagnostik in der Medizin

Empfehlung der Strahlenschutzkommission einschließlich wissenschaftlicher Begründung

Redaktion: Sabine Reinöhl-Kompa, Bonn
1998, 74 Seiten
ISBN 3-437-25559-2, 14,00 €

Die Ultraschalldiagnostik ist ein weit verbreitetes Untersuchungsverfahren in der Medizin. Gegenwärtig befinden sich in der Bundesrepublik Deutschland etwa 150.000 Ultraschallgeräte im klinischen Einsatz.

Ein besonderer Schwerpunkt für die Anwendung der Ultraschalldiagnostik ist die Geburtshilfe und der routinemäßige Einsatz in der Schwangerenvorsorge. Neben und in Kombination mit den bildgebenden Verfahren werden Ultraschalldoppler-Strömungsmessungen eingesetzt, die inzwischen, auch ergänzt durch Kontrastmitteleinsatz, zunehmend klinische Bedeutung erlangen.

Da zunehmend radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren durch die Ultraschalldiagnostik ersetzt werden, richtete die SSK eine Arbeitsgruppe ein, um eine Risikobewertung dieses diagnostischen Verfahrens vorzunehmen.

Die für den Patienten sicherheitsrelevanten Wirkungen des Ultraschallfeldes waren Gegenstand einer Sachverständigenanhörung "Sicherheitsaspekte der Sonographie" der Arbeitsgruppe "Ultraschall" des Ausschusses "Nichtionisierende Strahlen" am 2./3. März 1995 in Bonn. An dieser Expertenanhörung waren Mediziner, Physiker und Hersteller von Ultraschallgeräten beteiligt. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung dienten als Grundlage für die Erarbeitung der Empfehlung. Die schriftliche Ausarbeitung der Vorträge wurde in der Buchreihe "Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission" (Band 35) publiziert.

Nach Auffassung der Strahlenschutzkommission ist die Sicherheit des Patienten vor unerwünschten biologischen Wirkungen gewährleistet, wenn Einsatzschwellen der thermischen und kavitativen Wirkungen nicht überschritten werden. Die Strahlenschutzkommission hält die Einführung von Expositionsparametern zur Kontrolle des sicheren Vorgehens bei Ultraschalluntersuchungen sowie die Einhaltung von Grundsätzen zur sicheren Handhabung des Ultraschallinstrumentariums in der klinischen Diagnostik für unerlässlich. Sie empfiehlt, die Untersuchungsverfahren in drei Gruppen zusammenzufassen, für die verschiedene Anwendungsregeln gelten. Dementsprechend erfolgt eine Gruppierung in Untersuchungsverfahren mit niedriger und höherer Ultraschallexposition sowie mit Anwendung von Kontrastmitteln; bei letzt genannten besteht hinsichtlich möglicher Bioeffekte noch Forschungsbedarf.

Diese Empfehlung, die sich an die internationalen Empfehlungen auf diesem Gebiet anschliesst, soll der Ärzteschaft, den Patienten und ihren Angehörigen sowie den Herstellern medizinischer Ultraschallgeräte die wissenschaftlichen Grundlagen zur Patientensicherheit in der medizinischen Ultraschalldiagnostik vermitteln. Sie zielt nicht auf die Festlegung gesetzlicher Grenzwerte für die Ultraschallexposition des Patienten.

Die Strahlenschutzkommission hat diese Empfehlung in ihrer 150. Sitzung am 11./12. Dezember 1997 verabschiedet.

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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