Navigation und Service

Heft 24: Radiologische Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei unfallbedingten Freisetzungen von Radionukliden

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Redaktion: Hans-Otto Raguse, Bonn
2000, 158 Seiten
ISBN 3-437-21517-5, 22,95 €
Redaktionelle Überarbeitung veröffentlicht in Heft 61 dieser Veröffentlichungsreihe

Die bislang in der Bundesrepublik geltenden Radiologischen Grundlagen von 1988 haben ein Bandbreitenkonzept zum Inhalt, d.h. für jede Maßnahme (Verbleiben im Haus, Einnahme von Iodtabletten, Evakuierung, Verzicht auf die Verwertung von Lebensmitteln und Umsiedlung) wurde ein unterer und ein oberer Eingreifrichtwert definiert. Der komplexe Vorgang der Festlegung eines zwischen diesen beiden Werten liegenden Eingreifwertes sollte im Ereignisfall stattfinden, weil erst dann die vermeidbare Dosis bestimmt und die Optimierung durchgeführt werden kann. Ein Nachteil des Bandbreitenkonzeptes besteht darin, dass der bisherige untere Eingreifrichtwert als Schwelle der Gefahr missverstanden wurde. Es wurde deshalb - auch aufgrund neuer internationaler Empfehlungen (ICRP 63) - ein neues Konzept erstellt.

In den überarbeiteten Radiologischen Grundlagen werden, basierend auf dem strahlenbiologischen Kenntnisstand über Dosis-Wirkungs-Beziehungen und unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen (Schwere des Eingriffs in das persönliche Leben), Eingreifrichtwerte für die einzelnen Maßnahmen festgelegt. Die Eingreifrichtwerte orientieren sich an der Schwankungsbreite der Lebenszeitdosis der natürlichen Strahlenexposition. Die als Startwerte definierten Eingreifrichtwerte sind Planungswerte. Die Zuordnung von Eingreifrichtwerten der Dosis zu den einzelnen Maßnahmen erfolgt unabhängig von dem Einzelereignis. Ein Vorteil der Startwerte liegt darin, dass sie in der frühen Phase eines Ereignisses sofort angewendet werden können. Erst bei Erreichen einer Dosis in Höhe der Eingreifrichtwerte besteht aus radiologischer Sicht Handlungsbedarf. Beim Vorliegen zwingender Gründe können diese Werte den besonderen Bedingungen des Ereignisses angepasst werden.

Die Strahlenschutzkommission hat die überarbeiteten Radiologischen Grundlagen in ihrer 158. Sitzung am 17./18. Dezember 1998 verabschiedet. Der Länderausschuss für Atomkernenergie - Hauptausschuss - hat die überarbeiteten radiologischen Grundlagen am 6. April 1999 verabschiedet (Erstveröffentlichung: GMBl. 1999, S. 538-587).

Als Anlage enthält dieses Heft die überarbeiteten Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen. Die Überarbeitung der Rahmenempfehlungen war notwendig geworden zur Berücksichtigung neuer internationaler und nationaler Empfehlungen und Regelungen (z.B. ICRP 63, Basic Safety Standards, EU-Grundnormen, EU-Richtlinie über die Unterrichtung der Bevölkerung, Strahlenschutzvorsorgegesetz und Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen). Weiterhin waren Anpassungen an die Alarmierungskriterien und die überarbeiteten Radiologischen Grundlagen notwendig. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Ausschusses "Notfallschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen" und Vertretern von Innen- und Umweltministerien der Länder hat den Entwurf einer Neufassung der Rahmenempfehlungen vorgelegt.

Die SSK hat den Empfehlungen in ihrer 158. Sitzung am 17./18. Dezember 1998 zugestimmt. Die überarbeiteten Rahmenempfehlungen wurden am 6. April 1999 im Länderausschuss für Atomkernenergie - Hauptausschuss - und am 11. Juni 1999 in der Innenministerkonferenz verabschiedet (Erstveröffentlichung: GMBl. 1999, S. 538-587).

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

Mehr: Beratungsgremium SSK …

Logo Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Diese Seite

© GSB 4.1 - 2011-2017