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Heft 26: Bestimmung der Personendosis des Begleitpersonals bei Transporten von abgebrannten Brennelementen und hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Redaktion: Olaf Sarenio, Bonn
2000, 34 Seiten
ISBN 3-437-21518-3, 12,95 €

Für die Begleitung der Transporte von CASTOR-Behältern in die Zwischenlager Gorleben und Ahaus wurden 1997 und 1998 Einsatzkräfte der Polizei aus verschiedenen Bundesländern und des Bundesgrenzschutzes herangezogen. Diese Einsatzkräfte wurden hinsichtlich ihrer Strahlenexposition durch Gamma- und Neutronenstrahlung mittels Abschätzung aus Ortsdosisleistungsmessungen und durch Personendosismessungen mit Albedodosimetern überwacht. Große Unterschiede der dabei ermittelten Ergebnisse verunsicherten jedoch die betroffenen Personen.

Zur Überprüfung des Gesamtkomplexes der Personendosisermittlung und zur Erarbeitung eines Vorschlages für eine zukünftige Vorgehensweise hat die Strahlenschutzkommission (SSK) auf Vorschlag des Bundesumweltministeriums eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Die Arbeitsgruppe hat nach Überprüfung der bisher verwendeten und zur Zeit verfügbaren Verfahren zur Personendosisüberwachung der Einsatzkräfte bei solchen Transporten vorgeschlagen, für die Strahlenschutzüberwachung bei zukünftigen Einsätzen weiterhin Albedodosimeter zu verwenden, mit denen sowohl die Photonen- als auch die Neutronenstrahlung erfasst werden kann. Die Arbeitsgruppe hat ein einheitliches Verfahren zur Messung, Auswertung und Bewertung der Anzeige dieser Dosimeter erarbeitet, zwischen den betroffenen, nach Landesrecht zuständigen Messstellen abgestimmt und in Zusammenarbeit mit den Messstellen, dem Bundesamt für Strahlenschutz, dem Forschungszentrum Karlsruhe und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt getestet. Dadurch wird eine einheitliche Strahlenschutzüberwachung aller betroffenen Personen sichergestellt.

Die mit dem Albedodosimeter-System erreichte Nachweisgrenze beträgt - unter Berücksichtigung der Einsatzbedingungen und unterschiedlichen Zeiträume zwischen Ausgabe und Auswertung - 100 µSv und entspricht dem in der amtlichen Personendosimetrie für beruflich strahlenexponierte Personen üblichen Wert.

Aufgrund des von den Einsatzkräften mehrfach geäußerten Wunsches nach direktanzeigenden, jederzeit ablesbaren Dosimetern hat sich die Arbeitsgruppe auch mit dem Stand der Entwicklung direktanzeigender elektronischer Dosimeter für Neutronen- und Gammastrahlung befasst. Derzeit sind diese Dosimeter jedoch wegen ihrer Eigenschaften und Verfügbarkeit - insbesondere in Neutronenstrahlungsfeldern und bei den speziellen Einsatzbedingungen - noch nicht geeignet.

Die Arbeitsgruppe hat ihre Beratungsergebnisse in einem Bericht zusammengefasst, der von der SSK in der 162. Sitzung als Stellungnahme verabschiedet wurde.

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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