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Heft 35: Vorschlag zur Umsetzung des § 103 StrlSchV

Empfehlung der Strahlenschutzkommission und Wissenschaftliche Begründung

Redaktion: Olaf Sarenio, Bonn
2003, 64 Seiten, 12 Abbildungen, 1 Tabelle
ISBN 3-437-22176-0, 13,00 €
Dieses Heft ersetzt Heft 1 dieser Veröffentlichungsreihe

Die ICRP hatte 1990 empfohlen, beim fliegenden Personal die in großen Höhen auftretende Exposition durch die kosmische Strahlungskomponente als Teil der beruflichen Strahlenexposition zu berücksichtigen. Den Empfehlungen der ICRP folgend, hat die Europäische Union Regelungen zum Strahlenschutz in die EU-Grundnorm aufgenommen, die mit dem § 103 der Strahlenschutzverordnung auch in deutsches Recht übernommen wurden. Die SSK hatte deshalb bereits 1994 und 1996 Stellungnahmen zur Ermittlung der durch kosmische Strahlung verursachten Strahlenexposition des fliegenden Personals abgegeben.

Die in der Atmosphäre mit der Höhe zunehmende Strahlungsintensität wird durch eine von außen auf die Erde einfallende kosmische Strahlung erzeugt, die galaktischen und solaren Ursprungs ist. Die Ermittlung der Strahlenexposition für das fliegende Personal ist aufgrund des komplexen Strahlungsfeldes in Flughöhen schwierig. Die Strahlenexposition hängt neben der Flughöhe von der Flugdauer, der geomagnetischen Breite und der Sonnenaktivität ab. Nennenswerte berufliche Expositionen aufgrund der kosmischen Strahlung können beim fliegenden Personal von Luftfahrtunternehmen, bei in der sonstigen Wirtschaft eingesetzten Flugzeugbesatzungen, beim fliegenden Personal der Bundeswehr sowie bei weltweit eingesetztem Personal von Unternehmen ("Vielfliegern") auftreten.

In den letzten Jahren wurden umfangreiche Forschungsprogramme zu diesem Themenkomplex durchgeführt, auch die Modelle und Verfahren zur Ermittlung der kosmischen Strahlenexposition im Flugzeug wurden verbessert. Die SSK und ihr Ausschuss "Strahlenschutztechnik" haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die SSK-Empfehlung von 1996 fortzuschreiben und einen Vorschlag zur Umsetzung des § 103 StrlSchV zu erarbeiten. Der § 103 StrlSchV sieht vor, die effektive Dosis, die das fliegende Personal durch kosmische Strahlung während des Fluges erhält, zu ermitteln, soweit die effektive Dosis durch kosmische Strahlung 1 mSv im Kalenderjahr überschreiten kann.

Die Empfehlung enthält Kriterien, die den Flugunternehmen eine einfache Prüfung ermöglicht, ob die Dosisschwelle von 1 mSv im Kalenderjahr für Beschäftigte erreicht werden kann. Bei Erfüllung eines dieser Kriterien ist der Nachweis für die Einhaltung des Schwellenwertes erbracht und damit keine individuelle Dosisermittlung erforderlich. Eine Neubewertung der Situation ist immer dann erforderlich, wenn sich die Ausgangsbasis ändert, oder aber mindestens alle fünf Jahre. Die Dosiserfassung im kosmischen Strahlungsfeld kann entweder durch Messung der Ortsdosisleistung und Integration über die Flugzeit oder durch eine rechnerische Ermittlung anhand von mathematischen Modellen aus den jeweiligen Flugdaten erfolgen.

In der Wissenschaftlichen Begründung werden die physikalischen und dosimetrischen Grundlagen des Strahlungsfeldes im Flugzeug behandelt, die verschiedenen Messverfahren beschrieben, Messergebnisse von Forschungsprojekten vorgestellt und die mathematische Modellierung der Strahlenexposition sowie darauf basierende Berechnungsmethoden erläutert.

Die Strahlenschutzkommission hat die Empfehlung einschließlich der Wissenschaftlichen Begründung in der 182. Sitzung am 04.-06. Dezember 2002 verabschiedet.

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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