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Heft 43: Strahlenexposition durch Radon-222, Blei-210 und Polonium-210 im Trinkwasser

Empfehlung / Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Redaktion: Daniela Baldauf, Bonn
2004, 74 Seiten, 11 Abbildungen, 13 Tabellen
ISBN 3-437-22196-5, 14,00 €

Strahlenexposition durch Radon-222 im Trinkwasser:

In Übereinstimmung mit der EU-Trinkwasserrichtlinie [98/83/EG des Rates vom 3.11.1998] wird in der Trinkwasserverordnung 2001 der Radionuklidgehalt im Trinkwasser, das durch öffentliche bzw. gewerbliche Versorger bereitgestellt wird, auf eine Strahlenexposition der Bevölkerung infolge der Nutzung des Wassers von 0,1 mSv/Jahr (effektive Dosis) beschränkt. Nicht berücksichtigt sind in diesem Richtwert die Radionuklide Tritium, Kalium-40 sowie Radon-222 und seine Zerfallsprodukte. Für Tritium ist die Aktivitätskonzentration auf 100 Bq/l begrenzt. Nach der Empfehlung 2001/928/EURATOM wird für Radon-222 ein Referenzwert im Bereich von 100 bis 1000 Bq/l angegeben.

Die Strahlenschutzkommission wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit beauftragt, einen Vorschlag für die Umsetzung der EU-Empfehlung 2001/928/Euratom bezüglich eines Referenzwertes für Radon im Trinkwasser auch unter dem Aspekt eines Wertes von 0,1 mSv/a für Säuglingsnahrung zu erarbeiten.

In ihrer 188. Sitzung am 02./03. Dezember 2003 hat die Strahlenschutzkommission die Empfehlung "Strahlenexposition durch Radon-222 im Trinkwasser" verabschiedet.

In dieser Empfehlung schlägt die SSK vor, für Deutschland bezüglich der Rn-222-Aktivitätskonzentration im Trinkwasser aus der öffentlichen und gewerblichen Versorgung einen Referenzwert von 100 Bq/l festzulegen, bei dessen Überschreitung die Durchführung von Gegenmaßnahmen zu prüfen ist; diese müssen generell dem Gebot der Verhältnismäßigkeit entsprechen.

Zur Erläuterung der Empfehlung hat die SSK eine wissenschaftliche Begründung vorgelegt. In ihr wird die Berechnung der effektiven Dosis infolge von Ingestion von Rn-222 sowie infolge der Inhalation kurzlebiger Radonzerfallsprodukte beschrieben und in einem Anhang von R. Barthel ausführlich erläutert.

Strahlenexposition durch Blei-210 und Polonium-210 im Trinkwasser:

Zur Begrenzung der Strahlenexposition der Bevölkerung durch die Nutzung von Trinkwasser bei erhöhten Aktivitätskonzentrationen von Rn-222 und seinen langlebigen Zerfallsprodukten Pb-210 und Po-210 wurden durch die EU in der Empfehlung 2001/928/Euratom "über den Schutz der Öffentlichkeit vor der Exposition gegenüber Radon im Trinkwasser" Referenzwerte vorgeschlagen, bei deren Überschreitung geprüft werden sollte, ob Gegenmaßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit erforderlich sind. Für Pb-210 und Po-210 wurden Referenzwerte von 0,2 Bq/l bzw. 0,1 Bq/l empfohlen. Es wurde davon ausgegangen, dass mit diesen beiden Referenzwerten jeweils eine effektive Dosis von 0,1 mSv/a nicht überschritten wird.

Die Überprüfung durch die SSK hat ergeben, dass die zur Pb-210- und Po-210-Aktivitätskonzentration im Trinkwasser von der EU empfohlenen Referenzwerte für Kleinkinder der Altersgruppe "< 1 Jahr" nicht mit der Einhaltung eines Dosisrichtwertes von 0,1 mSv/a konform sind.

Dieses Beratungsergebnis wurde von der SSK als Stellungnahme "Strahlenexposition durch Blei-210 und Polonium-210 im Trinkwasser" in ihrer 188. Sitzung am 02./03. Dezember 2003 verabschiedet.

Dieser Bericht enthält die Empfehlung zu Radon-222 mit allen Erläuterungen sowie die Stellungnahme zu Blei-210 und Polonium-210.

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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