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Heft 44: Störfallberechnungsgrundlagen zu § 49 StrlSchV, Neufassung des Kapitels 4: Berechnung der Strahlenexposition

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Redaktion: Daniela Baldauf, Bonn
2004, 60 Seiten, 6 Abbildungen, 16 Tabellen
ISBN 3-437-22197-3, 12,25 €

Die "Grundnormen zum Schutz der Bevölkerung gegen die Gefahren durch ionisierende Strahlung" der Europäischen Union sind in die nationalen Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten umzusetzen. Im Rahmen der dadurch notwendig gewordenen Novellierung der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) war auch das Kapitel 4 der Störfallberechnungsgrundlagen (SBG) zu § 49 StrlSchV anzupassen.

Da der Verzehr von Muttermilch für Referenzpersonen der Altersgruppe ≤ 1 a wesentlich zur Inkorporation von Radionukliden beitragen kann, wurde in der Novelle der Strahlenschutzverordnung auch der Expositionspfad "Muttermilch" berücksichtigt. Zur Ermittlung der Strahlenexposition über den Muttermilchpfad werden im Kapitel 4 der SBG sogenannte transferierte Bruchteile verwendet. Mit dem Begriff "transferierte Bruchteile" werden die Bruchteile der von der Mutter inkorporierten Radionuklide bezeichnet, die mit der Muttermilch dem Säugling zugeführt werden 1). Es wird die Inkorporation über den Verzehr von Lebensmitteln (Ingestionspfad) und über die Atemluft (Inhalationspfad) unterschieden. Hierbei wird die Menge der aufgenommenen Muttermilch nicht mehr berücksichtigt. Um auch die kritische Gruppe einzubeziehen, wird eine Stillzeit von 1 Jahr angenommen.

Entsprechend der novellierten Strahlenschutzverordnung wurden die Einteilung der Altersklassen und die Verzehrsmengen aktualisiert.

Als Datengrundlage für die täglichen Verzehrsmengen von Muttermilch und Säuglingsmilch wurde die DONALD-Studie2) im Zeitraum 1989 - 2001 herangezogen. Diese Studie liefert aktuelle Daten für die Verzehrsmengen von Muttermilch und Säuglingsmilch während des ersten Lebensjahres für ein hinreichend großes Kollektiv deutscher Probanden.

Die Strahlenschutzkommission hat diese Empfehlung in der 186. Sitzung am 11. September 2003 verabschiedet.

1) Anmerkung der Redaktion: Die Berechnung des Transfers inkorporierter Radionuklide in die Muttermilch kann wissenschaftlich gleichwertig über die in dieser Empfehlung verwendeten transferierten Bruchteile der von der Mutter aufgenommenen Radionuklide in die Muttermilch oder über Transferfaktoren für den Übergang der Radionuklide aus der Nahrung der Mutter in die Muttermilch auf der Grundlage der Verzehrsmengen erfolgen. Die SSK wird eine entsprechende Empfehlung basierend auf Transferfaktoren noch erarbeiten. Die im Ansatz unterschiedlichen Verfahren führen zu den gleichen Ergebnissen.

2) Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study

Zusatzinformationen

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Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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