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Heft 45: Vergleich deutscher Freigabekriterien mit denen anderer Länder am Beispiel ausgewählter Radionuklide

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Redaktion: Daniela Baldauf, Bonn
2005, 78 Seiten, 2 Abbildungen, 16 Tabellen
ISBN 3-437-22198-1, 14,50 €

Mit der Neufassung der Strahlenschutzverordnung im Jahr 2001 wurden Regelungen für die Entlassung von radioaktiven Stoffen, beweglichen Gegenständen, Gebäuden, Bodenflächen, Anlagen oder Anlagenteilen aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes und darauf beruhender Rechtsverordnungen (Freigabe) aufgenommen. Diese Regelungen umfassen auch nuklid- und freigabepfadspezifische Werte, bei deren Unterschreitung eine Freigabe möglich ist. Diese Freigabewerte wurden seit der ersten Hälfte der 1990er Jahre entwickelt.

Auch in verschiedenen anderen Ländern sind – teils schon vor Deutschland – Freigabewerte in den Strahlenschutzregelungen festgelegt worden. Teilweise existieren dort lediglich Empfehlungen für Freigabewerte. Da die einzelnen Sätze von Freigabewerten überwiegend auf unterschiedlichen Untersuchungen basieren, bestehen zwischen den jeweiligen Freigabewerten teils erhebliche Unterschiede.

In den Vergleich wurden die Empfehlungen der Kommission der Europäischen Gemeinschaften und Berichte oder Festlegungen aus Ländern der EU (Niederlande, Schweden und Großbritannien) sowie aus der Schweiz einbezogen. In Österreich sind ebenfalls Freigabewerte durch die österreichische Strahlenschutzverordnung festgelegt, diese wurden aber aus der deutschen Strahlenschutzverordnung übernommen, so dass sie hier nicht gesondert zu betrachten sind. Aus dem außereuropäischen Raum konnten Berichte aus den USA in den Vergleich einbezogen werden.

Bei der Herleitung von Freigabewerten werden in der Regel komplexe radiologische Modelle verwendet, in die eine Vielzahl von Annahmen zu den freizugebenden Stoffen, zum Stoffkreislauf, zu landesspezifischen Besonderheiten, zum Verhalten der exponierten Personen usw. eingehen.

In den betrachteten Ländern werden überwiegend identische Schutzziele für die Bevölkerung von 10 µSv/a bei der Freigabe radioaktiver Stoffe zugrunde gelegt. Die Unterschiede in den jeweiligen Freigabewerten sind lediglich Ausdruck unterschiedlicher Modellannahmen und Parameterfestlegungen. Im Einzelnen können diese Unterschiede nachvollzogen werden.

Für einen detaillierten Vergleich wurden Radionuklide im Hinblick auf Dosisrelevanz, Langlebigkeit und ihre Verwendung als Leitnuklide ausgewählt. Für die relevanten Radionuklide stimmen die so erhaltenen Freigabewerte im Allgemeinen innerhalb einer Größenordnung überein. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies angesichts der verbleibenden Modell- und Parameterunterschiede als hinreichende Übereinstimmung zu werten.

Der internationale Vergleich der Freigabewerte hat keine Hinweise darauf ergeben, dass die deutsche Praxis dem Schutzziel nicht gerecht würde. Für die Werte der Strahlenschutzverordnung besteht kein Anpassungsbedarf aufgrund dieses Vergleiches.

In der 196. Sitzung am 16./17. Dezember 2004 hat die Strahlenschutzkommission die Stellungnahme „Vergleich deutscher Freigabekriterien mit denen anderer Länder“ verabschiedet.

Zusatzinformationen

Beratungsgremium SSK

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein Beratungsgremium des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und berät dieses ...

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